Über das Boulespiel

"Les jouers de boules", Théophile Deyrolle, CC BY-SA 4.0

„Les jouers de boules“, Théophile Deyrolle, CC BY-SA 4.0

Die Entstehung des Petanque (das Boulespiel)

Das Urspiel des Petanque war das Boule Lyonnaise, das Ende des 19. Jahrhunderts in Frankreich entstand. Bei diesem heute in Frankreich noch gespielten Spiel, wird eine bis zu 1400g schwere Stahlkugel mit Anlauf 12,5-19 Meter weit geworfen. Dieses Spiel wurde immer bekannter und erreichte bald über die Rhone das Mittelmeer. Dort wurde das Spiel abgewandelt und mit 600‐900 Gramm schweren Kugeln gespielt.

Aus dem neuem Kugelspiel entstand in der Provence das Jeu Provencal mit ähnlichen Regeln wie beim Boule Lyonnaise. Beiden Spiele war unter anderem gemeinsam, dass beim Abwurf der Kugel ein großer Ausfallschritt gemacht werden musste und das andere Bein nachgezogen wurde. Es wurde auf einem Bein stehend geworfen, denn das nachgezogene Bein durfte den Boden nicht vor der ausgeworfenen Kugel berühren. Beim Schießen nahm der Spieler drei Schritte Anlauf und schoss die Kugel auf einem Bein stehend auf eine Entfernung von bis zu 22 Metern.

Im Jahre 1910 entstand in La Ciotat, einem kleinen Ort an der Côte d’Azur das heutige Petanque. Ein sehr guter, aber schon etwas älterer Spieler des Jeu Prvencal konnte auf Grund seines Rheumas nicht mehr mitspielen und musste deshalb zuschauen. Er konnte den Anlauf und den erforderlichen Ausfallschritt nicht mehr ausführen, wollte aber auf seinen Sport nicht verzichten. So kam er auf die Idee, die Wurfdistanz zu verkürzen und stehend aus einem Kreis zu werfen. Nun musste in einem Kreis mit geschlossenen Füßen stehend gespielt werden. Die Entfernung wurde auf 6-10 Meter festgelegt.

Die Bezeichnung für geschlossenen Füße lautet im französischen „pieds tanques“. Auf provencalisch heißt das „ped tanco“. Diese provencalische Wortvariante verschmolz bald zu Pentaque. Mit der Gründung des Bouleverbandes Fédération Française de Pétanque et de Jeu Provençal (FFPJP) im Jahre 1943 etablierte sich das Petanque.

Die Ausrüstung

Für unseren schönen Boulesport braucht es nicht viel – und wir stellen es gerne leihweise zur Verfügung:

  • ein Satz (drei an der Zahl) normgerechter Kugeln
  • ein Maßband um den Abstand der Kugeln zur Zielkugel – dem Schweinchen – zu messen
  • die Zielkugel bzw. das Schweinchen
  • ein Zählgerät für den Punktestand
  • ein Tuch zum Reinigen von Kugel und Händen
  • als spätere Ergänzung: ein Tirettezur millimetergenauen Messung und einen Kugelmagneten zum Aufheben der Kugel